Frühling

Frühling lässt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte.
Süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen! ( E.Möricke)



"Ein Verliebter betrachtet eine Blume mit anderen Augen als ein Kamel."

Sommer
Der Sommer folgt. Es wachsen Tag und Hitze,
und von den Auen dränget uns die Glut;
doch dort am Wasserfall, am Felsensitze
erquickt ein Trunk, erfrischt ein Wort das Blut.
Der Donner rollt, schon kreuzen sich die Blitze,
die Höhle wölbt sich auf zur sichern Hut,
dem Tosen nach kracht schnell ein knatternd Schmettern;
doch Liebe lächelt unter Sturm und Wettern.
( J.W. von Goethe)


"Und wenn du den Ruf
deines Herzens hörst,
zögere nicht. Geh los.
Aber vergiss unterwegs nie,
dass die Umwege,
die Pausen und das Gehen selber
viel wichtiger sind,
als das Ankommen."


Herbst
Dies ist ein Herbsstag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum .
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
Oh stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was von dem milden Strahl der Sonne fällt.
(F. Hebbel)

"Letztlich liegt die ganze Herausforderung
des Lebens darin,
die Grenzen in dir selbst
zu überwinden
und soweit zu gehen,
wie du dir niemals
hättest träumen lassen."


"Mögest Du die kleinen Wegweiser des Tages
nie übersehen...
den Tau auf den Grasspitzen,
den Sonnenschein auf Deiner Tür,
die Regentropfen im Blumenbeet,
das behagliche Buckeln der Katze,
das Wiederkäuen der Kühe,
das Lachen aus Kinderkehlen,
die Hand des Nachbarn, der Dir einen Gruß
über die Hecke schickt,
Möge Dein Tag durch viele kleine Dinge
großartig werden! "


Werdet bloß nicht zu brav!
Gesteht euch ruhig ein paar
Verrücktheiten zu."

Winter
Ei, du liebe, liebe Zeit,
ei, wie hat´s geschneit, geschneit!
Rings herum, wie ich mich dreh´,
nichts als Schnee und lauter Schnee.
Wald und Wiesen, Hof und Hecken,
alles steckt in weißen Decken.
Und im Garten jeder Baum,
jedes Bäumchen voller Flaum!
Auf dem Sims, dem Blumenbrett
liegt er wie ein Federbett.
Auf den Dächern um und um
nichts als Baumwoll´ rings herum.
Und der Schlot vom Nachbarhaus,
wie possierlich sieht er aus:
Hat ein weißes Müllerkäppchen,
hat ein weißes Müllerjöppchen!
Meint man nicht, wenn er so raucht,
dass er just sein Pfeifchen schmaucht?
Und im Hof der Pumpenstock
hat gar einen Zottelrock
und die ellenlange Nase
geht schier vor bis an die Straße.
Und gar draußen vor dem Haus!
Wär´ nur erst die Schule aus!
Aber dann, wenn´ s noch so stürmt,
wird ein Schneemann aufgetürmt,
dick und rund und rund und dick,
steht er da im Augenblick.
Auf dem Kopf als Hut ´nen Tiegel
und im Arm den langen Prügel
und die Füße tief im Schnee
und wir rings herum, juhe!
Ei, ihr lieben, lieben Leut´,
was ist heut´ das eine Freud´!
(Friedrich Wilhelm Güll)




"Gelassenheit ist eine anmutige Form des
Selbstbewusstseins."

"Ich wünsche Euch Licht an dunklen Tagen
und erleuchtete, helle Gedanken."



Markt und Strassen steh‘n
verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein steh‘n und schauen,
sind so wunderstill beglückt.
Und ich wand‘re aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld,
hehres Glänzen, heilges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnee‘s Einsamkeit
steigt's wie wunderbares Singen -
O du gnadenreiche Zeit!


"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben."
(H. Hesse)